Im Jahre 1963 führte der Bayerische Mütterdienst, eine eigenständige Institution der evangelischen Kirche, eine überregionale Ausschreibung in Zeitungen durch. Der Anzeigeninhalt lautete: „Gesucht wird ein Baugrundstück für ein Kurhaus in nebelarmer Lage.“

Der damalige Bürgermeister von Regen, Herr Reitbauer, schrieb daraufhin an den Bayerischen Mütterdienst nach Stein bei Nürnberg, dass die Stadt Regen über ein derart passendes Grundstück verfüge. Zur gleichen Zeit verhandelte Herr Reitbauer bereits mit den Landwirten, welche in Besitz dieses Grundstückes waren.

Kurze Zeit später kam es zu einer Besichtigung des Baugrundstückes durch Herrn Reitbauer und der damaligen Leiterin des Bay. Mütterdienstes, Frau Nobisch. So wie es wohl manchmal „mit dem Teufel zugeht“, war am Besichtigungstag ganz Weißenstein in Nebel eingehüllt! Herr Reitbauer besaß dennoch das diplomatische Geschick, dass ein Kaufvertrag zustande kam.

Der Beginn der Bauarbeiten konnte dann im Jahre 1965 realisiert werden.

Zu der Einweihung und den ersten Erholungskuren kam es dann im Jahre 1969. In großartiger Erinnerung bleibt natürlich die Einweihung selbst, da diese zu Ehren der verstorbenen Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten Heuss, Frau Elly Heuss, durchgeführt wurde. Frau Elly Heuss war eine engagierte Förderin des Muttergenesungswerks.  In den darauf folgenden Jahren gab es dann reine Erholungskuren für Mütter. Aufgrund steigender Nachfrage wurde dieses Konzept 1975 auf Mutter-Kind-Kuren erweitert. Was sich zunächst als enormer Boom präsentierte, fand im Jahre 1980 eine abprubtes Ende. Aufgrund gesetzlicher Änderungen und einer nicht mehr finanziell akzeptablen Vergütung durch die Krankenkassen musste das Mutter- Kind – Konzept wieder eingestellt werden. Trotz dieses Rückschlages, wurde das noch bestehende Muttergenesungsprogramm in seiner Qualität verbessert und weiterentwickelt. Die Lücken der Stornierung des Mutter–Kind–Konzeptes konnten so kompensiert werden. Aufgrund der gesellschaftlichen Steigerung des Anspruches an Wohnraumqualität, auch in Bezug auf Kurheime, mussten notwendige Umbaumaßnahmen in Angriff genommen werden, um auch für die Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Deshalb kam es 1991 zu Planungen in Bezug auf Umbauten und bzgl. des Anbaus eines Ostflügels. Die kompletten Baumaßnahmen ergaben im Haus folgenden Standard: Es wurden 42 Einzelzimmer und 27 Doppelzimmer eingerichtet. Jedes Zimmer wurde mit einer Nasszelle versehen. Zum Vergleich: Zuerst hatten 12 Zimmer drei Duschen und drei Toiletten. Alle Zimmer waren zuerst nur Doppelzimmer. Ebenso wurde das Schwimmbad umgebaut, die Sauna und die Kneippanlage verbessert sowie der Musikraum und die Turnhalle ausgebaut. Man erkennt, die Baumaßnahmen hievten diese Einrichtung in Bezug auf die angebotene Wohnraumqualität in ein viel höheres Level. Während der langjährigen Umbaumaßnahme musste der regelmäßige Betrieb jedoch aufrechterhalten werden. Dies war vor allem ab dem Jahre 1995 enorm problematisch. Ab diesem Zeitpunkt kam es zu den Umbaumaßnahmen der bereits bestehenden Gebäudeteile. Daraus folgend kam es zu einer Umquartierung in das Hotel der vhs Regen. Dieses war konkret von November 1995 bis August 1996 angemietet. Hierbei wurden Stühle, Tische, Bilder, Matratzen, Teppiche, Massageeinrichtungen, Arztzimmer usw. nach Regen transportiert. Der Rest an Möbeln, welche nach dem Umbau nicht mehr benötigt wurde, kam der „Rumänienhilfe“ zu nutze. Ein großer Dank gilt hierbei nach wie vor der THW Regen, welche bei diesen Umzügen enorme Unterstützung leistete. Im September 1996 wurde der Betrieb im renovierten Gebäude des Muttergenesungsheims Weißenstein wieder aufgenommen. Es kam sofort zu einem voll belegtem Haus. Die restlichen Umbauten wurden dann im November 1996 abgeschlossen. Im Jahre 1997 kam es erneut zu überraschenden Gesundheitsreformen. Ab Januar desselben Jahres wurde eine Kur von bisher vier Wochen in seiner Dauer auf drei Wochen gekürzt. Man nahm ab März dieses Jahres auch wahr, dass die Genehmigung von solchen Kurmaßnahmen für die einzelne Person an sich, erschwert schienen. Die daraus folgenden Belegungszahlen konnten die positiven Ergebnisse der Vergangenheit nicht mehr annähernd erreichen. Trotz intensiver Bemühungen in die Weiterentwicklung des Mutter-Kur–Konzepts (z.B. Stollenbesuche im Silberberg bei Bodenmais für Frauen mit Asthmaerkrankung) war eine Erhöhung der Belegungszahlen nicht mehr zu erreichen. Ab dem Jahre 2004 waren die Folgen dieser gesundheitlichen Entwicklung in der gesamten Trägerschaft des Bay. Mütterdienstes so deutlich zu spüren, dass auch die letzten Versuche von Zusammenlegungen von Kuren, Kurzarbeit etc. keine positiven Trends mehr hervorriefen. So wurde von Seiten der Trägerschaft der Entschluss gefasst, einige Einrichtungen stillzulegen, um sich auf weniger Institutionen konzentrieren zu können. Nach einer geraumer Diskussionszeit wurde der Entschluss gefasst, dass Müttergenesungsheim in Weißenstein vorerst nicht mehr zu belegen. Man hoffte, dass sich die allgemeine Situation im Jahr 2005 wieder verbessern könnte. Leider war diese Annahme nicht richtig. So kam es dann im Jahre 2006 zur endgültigen Schließung und zum Verkauf des Gebäudes an den Landkreis Regen. Seit September 2006 werden nun hier die SchülerInnen des „Ausbildungsberufes Dialogmarketing“ untergebracht, welche an der Berufsschule Regen ihren theoretischen Ausbildungspart absolvieren. Seit diesem Zeitpunkt wurden enorme Umbaumaßnahmen in der nun als „ARBERLAND-Akademie“ umbenannten ehemaligen Kureinrichtung getätigt. Man kann ohne Übertreibung von einer „Vorreiterposition bzw. Benchmarkerrolle“ sprechen, welche die ARBERLAND-Akademie im Vergleich zu anderen Blockschülerwohnheimen inne hat. Auch ist man im Bereich der ARBERLAND- Akademie sehr glücklich, dass weitere Dienstleistungsanbieter in diesem Gebäude ihre Heimat gefunden haben. Es handelt sich hierbei um die Physiotherapie Kufner und um die Fußpflegepraxis Baierl. Vielleicht können sich die MitarbeiterInnen dieser Praxen bald über einen Besuch von Ihnen freuen! Auch sei erwähnt, dass die Vermietung von Räumlichkeiten in der Akademie, nach Absprache mit der Arberland Service GmbH, jederzeit möglich ist.